 | Die Unternehmen der Telekommunikationsbranche lassen sich grob nach ihrer thematischen Ausrichtung (Infrastruktur / Endgeräte) und ihrer Nähe zum Endkunden klassifizieren. Das folgende Diagramm zeigt die prinzipielle Einteilung der Unternehmenstypen innerhalb der Branche gemäß den beiden genannten Kriterien:
Nachfolgend werden für jeden Unternehmenstyp einige konkrete Beispiele angegeben:
- Netzbetreiber: Deutsche Telekom, O2, E-plus, Vodafone, T-Mobile
- Service Provider (Netzdienste): Debitel, Arcor, Mobilkom, Talkline
- SW-Hersteller (Applikationen für Endgeräte): Nokia, Siemens, Sony-Ericsson
- Dienstanbieter (Applikationen): Jamba
- Endgerätehersteller (Telefone bzw. Mobiltelefone): Cisco, Siemens, Alcatel, Nokia, Ericsson, Sony, Motorola, Alcatel, Bosch Telecom
- Netzwerkausrüster: Ericsson, Siemens, Motorola, Lucent, Nokia, Cisco
- SW-Hersteller (Kern der Geräte): keine Angaben.
- Zulieferer für Hardware: Balda, Helmbrechts, Texas Instruments, Flextronix
Allgemein kann man diese Firmen jeweils nach Ihren Aktivitäten im Bereich Festnetz, Mobilfunk und sonstigen IT-basierten Dienstleistungen (Voice over IP, Datendienste, ...) unterscheiden.
Die Unternehmensgröße der verschiedenen Telekommunikationsfirmen variiert stark von KMUs bis Großunternehmen. Gerade in den Bereichen Netzwerkausrüster und Endgerä-tehersteller liegt die konzernweite Unternehmensgröße der Marktführer bei bis zu 60.000 Mitarbeitern.
Eine detaillierte Auflistung der Kennzahlen für die Jahre 2000-2003 im Bereich Festnetz und Mobilfunk ist in [NFO] verfügbar.
Bemerkenswert ist laut [EITO], dass in Deutschland trotz schlechter konjunktureller Lage der Telekommunikationsmarkt in 2003 um 2,4% zulegte und für 2004 eine Steigerung um 3,7% prognostiziert wird. Dabei wird der Markt hauptsächlich durch das Mobilfunk- und Internetsegmente getrieben. Innovative Dienste werden in den folgenden Bereichen erwartet:
- W-LAN
- UMTS
- Online Shopping
- Sicherheitslösungen
- Hohe Bandbreite für intensive und professionelle Nutzer
- Spezielle Angebote für Online-Spieler
- Spezielle Angebote für KMUs.
In der Telekommunikationsdomäne wird Software von allen Unternehmen der obigen Unternehmenstypen erstellt, mit Ausnahme der reinen Hardware-Zulieferer.
Die einzelnen Firmen der verschiedenen Unternehmenstypen stehen zueinander in einem Auftraggeber-Auftragnehmer Verhältnis. Beispielsweise kaufen Telekommunikationsanbieter Ausrüstung bei den Netzwerkausrüstern (Switches, etc.). Endgerätehersteller im Mobil- und Festnetzbereich erhalten sowohl Software als auch Hardware von Auftragnehmern. Auftraggeber kaufen sowohl komplette Pakete aus Hardware/Software/Mechanik vom Auftragnehmer ein, als auch reine Software- oder Hardware-Produkte. Allgemein unterscheidet man Black-Box und White-Box Subcontracting. Beim Black-Box Subcontracting erhält der Auftragnehmer nur die Schnittstellenspezifikation. Beim White-Box Subcontracting sind häufig die Interfaces noch unklar.
Es gelten harte Anforderungen an potentielle Auftragnehmer, die meist konzernweit vorgegeben werden. Kriterien sind beispielsweise: Ist die Firma gesund und gibt es etablierte Prozesse (ISO 9000 konform). Vor einer Auftragsvergabe werden die Prozesse der möglichen Auftragnehmer genauer betrachtet (ggf. nach CMM-levels).
In manchen Unternehmen der Telekommunikationsdomäne spielt Outsorcing eine große Rolle, in anderen ist dies kein Thema (mehr).
[EITO] European Information Technology Overview, http://www.eito.de
[NFO] NFO “Telekommunikation kompakt 2000-2003” http://www.faktonline.de/
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